Rennpferde

Ein Besuch auf der Kölner Pferderennbahn

Kenner & Freunde von Pferderennen fiebern Ende September einem besonderen Rennen entgegen: dem Preis von Europa auf der Kölner Pferderennbahn.

Den Preis von Europa auf der Kölner Pferderennbahn.

Ich werde dich mitnehmen und dir den Ablauf eines Renntages näher bringen.

Wer kann der kann

Nicht nur Könner setzen aufs richtige Pferd, manchmal reicht auch ein glückliches Händchen bei der Wahl des Pferdenamens, eines besonders schönen Dresses, der Fellfarbe oder dem Lieblingsjockey.

So ist schon so mancher Rennbahn Besucher als Newbie mit mehr Geld nach Hause gegangen als er auf die Rennbahn mitgebracht hat.

Wie ist der Ablauf auf der Kölner Pferderennbahn?

Doch beginnen wir von vorne. Was der Zuschauer sieht ist lange nicht alles. Im Gegenteil es ist nur ein Bruchteil der Arbeit rund um den Pferderennsport.

Die Pferde werden intensiv auf diese Tage vorbereitet. Das Training sowie die Versorgung, Wellness und die tierärztliche Betreuung müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein.

Eine ausreichende Vorbereitung für die Rennen ist Voraussetzung zur Teilnahme. © Natalie Maholick

Aber nicht nur in den Trainingsställen herrscht Perfektion auch die Rennvereine müssen diesen Tag perfekt vorbereiten und ausrichten.

So auch der Kölner Rennverein um Eckhard Sauren und Philipp Hein, der eigentlich jeden Renntag mit der gesamten Mannschaft zu einem besonderen Ereignis macht.

Welche Vorbereitungen werden auf der Kölner Pferderennbahn getroffen?

Für die einzelnen Rennen müssen Sponsoren gesucht und gepflegt werden um die Rennpreise zu sichern. Auch die hübschen Ehrenpreise für Trainer, Besitzer und Züchter müssen an diesem Tag auf Hochglanz poliert und griffbereit sein.

Es werden Programmhefte gedruckt, die Gastronomie organisiert, die Parkplätze hergerichtet sowie Personal für die einzelnen Abläufe angeheuert.

Ihr seht hier ist ganz schön was los bevor wir in Scharen zu den Kölnern kommen

Schon in den Morgenstunden herrscht reger Betrieb Weidenpescher Park. Allerdings sitzen die meisten Besucher noch am Frühstückstisch, während die Englischen Vollblüter mit ihren Pflegern anreisen.

Es ist wichtig, dass die Pferde rechtzeitig ankommen um sich nach der Fahrt noch die Beine zu vertreten. Auch sollen sie vor den Rennen ausreichend Zeit haben um sich zu akklimatisieren.

Für Höchstleistungen steht das Wohlbefinden an oberster Stelle

Reise mit Pferden. © pixabay

Anreise zur Kölner Pferderennbahn

Bereits vor dem ersten Rennen sammelt sich eine Vielzahl der Besucher auf der Rennbahn. Meistens hat es ein kleines Verkehrschaos im Kölner Stadtteil Weidenpesch zur Folge.

Zum Glück lässt sich dieses schnell in Griff bekommen, so dass die Zuschauer in der Regel pünktlich zum ersten Rennen die Pferde im Führring begutachten können.

Die Autos können auf dem großen Parkplatz vor dem Restaurant oder neben dem Geläuf geparkt werden.

An beiden Parkplätzen befindet sich jeweils ein Eingang mit dem direkten Zugang zur Pferderennbahn. Hier kann man auch das Programmheft und bei Interesse an richtigen Profi Tipps und mehr Geschehen rund um den Rennsport die Sportwelt erwerben.

Welchen Ablauf gibt es beim Pferderennen?

Als waschechter Rennbahn Besucher hat man natürlich seinen festen Ablauf im Blut, doch auch für neue Fans ist bestens gesorgt. Mittlerweile führt ein toll gestalteter Livestream die Besucher vor Ort und am Fernsehen oder Laptop durch den Renntag.

Hier erfährt man alles über den Rennsport die Startpferde, sowie Trainer und Besitzer. Auch hat man die Möglichkeit zwischen den Rennen einiges über Gestüte und andere Organe im Rennsport zu erfahren.

Besonderes Ambiente im Hippodrom auf der Kölner Pferderennbahn. © Kölner Rennverein / Sabine Effgen

Der Führring

Die Vorstellung der Pferde im Führring sowie das Einfangen der Trainerstimmen und das Interview in der Jockeys vor den Rennen  wird standardmäßig auf jeder Rennbahn für die Zuschauer durchgeführt.

Das Zeigen der Rennpferde im Führring ist nicht nur für die Zuschauer und Wetter gedacht, sondern gleichzeitig auch Aufwärmung für die Pferde vor den Rennen. Hierbei wird durch ein Team aus Tierärzten auch geschaut, ob die Pferde in einem guten Erscheinungsbild auftreten und klare Gänge haben.

Des Weiteren wird überprüft ob das Pferd auch wirklich der angegebene Starter ist. Hierzu wird der Chip am Hals des Pferdes mit einem Gerät ausgelesen und die Nummer mit dem Aufkleber im Pass überprüft.

Anhand der Nummerndecke können die Pferde im Rennen leicht unterschieden werden. © pixabay

Was bedeuten die Gewichte im Rennprogramm?

Zwischendurch erreichen auch die Trainer den Führring. Sie haben zuvor im Waagegebäude den Sattel des Jockeys inklusive Nummerndecke und eventuell einer Bleidecke erhalten.

Je nach Eigenleistung und Rennausschreibung bekommen die Pferde ein festes Gewicht zugeteilt, welches sie im Rennen zu tragen haben.

Dieses dient der Fairness halber als Ausgleich zwischen den Pferden und wird je nach Rennen ganz unterschiedlich gehandhabt. So liegt es letztendlich am Jockey dieses Gewicht inklusive Equipment auf das Pferd zu bringen.

Im Waagegebäude wird dies vor und nach dem Rennen ausgewogen.

10 min vor dem Rennen

Die Glocke läutet das bedeutet die Reiter werden auf die Pferde geworfen ein aufsteigen mit diesem kurzen Bügeln und den kleinen Sätteln, die eher eine Matte gleichen, ist nicht möglich.

Nach dem Aufsitzen geht es dann für die Pferde mit ihren Reitern Richtung Geläuf.

Hier muss der so genannte Aufgalopp absolviert werden, bei den Pferde mindestens drei Galoppsprünge absolvieren müssen.

Auch dies dient der Überprüfung der Reittauglichkeit an diesem Tag und ist in der Rennordnung, dem Reglement des Dachverbandes Deutscher Galopp, offiziell festgelegt.

Gespannt warten die Zuschauer, dass das Pferderennen los geht. © Kölner Rennverein / Sabine Effgen

Was passiert direkt vor dem Pferderennen?

Nach dem Aufgalopp sammeln sich die Pferde an der Startstelle und kreisen bis es endlich losgeht. Für den Besucher ist es nun allerhöchste Zeit sein Glück zu versuchen und auf  `sein´ Pferd eine Wette zu platzieren.

Hierzu kann man sich an einen beliebigen Wettschalter begeben. Für Newbies gibt es vor Ort auch Hilfe.

Manche Wetter schwören auf eine bestimmte Wettkasse und gehen nur dorthin um ihre Wetter abzugeben.

Auf welches Pferd man setzt, kann eine Wissenschaft für sich sein. Natürlich kann man hier als Experte die Formspiegel auswerten und auf Insiderwissen hoffen. Allerdings hat jedes Pferd auch mal einen schlechten Tag und ein anderes ist unterschätzt. Dann dreht sich der Spieß und ein Außenseiter zieht an allen vorbei und schnappt sich den Sieg.

Der beste Platz um das Rennen zu schauen

Vom Wettschalter geht es jetzt wieder zur Tribüne oder direkt ans Geläuf (ich empfehle beide Blickwinkel mal auszuprobieren). Die ersten Pferde sind bereits in die Startmaschine eingerückt und gleich geht es los.

Gerade vor einem so besonderen Rennen, wie dem Preis von Europa auf der Kölner Pferderennbahn, wird es vor dem Start manchmal ganz still.

Das Hauptrennen des Tages zieht alle Blicke auf sich und man wartet gespannt, welches Pferd die Nase am Ende vorne hat.

Ist es ein Pferd aus einem deutschen Trainingslager oder etwa die Stute, die extra für dieses Pferderennen aus England angereist ist?
In wenigen Minuten wissen wir mehr!

Der Ablauf des Rennens

Fast alle Pferde sind bereits in die Startmaschine eingerückt und mit Nerium kommt auch das letzte Pferd heran. Quebueno hatte einen schlechten Tag und wollte nicht einrücken. Diese Pferde werden vom Start verwiesen und das Rennen findet ohne sie statt.

Boxen auf!!!

Der Starter gibt das Zeichen, alle Türen öffnen sich und die acht verbleibenden Pferde springen ab.

Nach dem Start sortieren sich die Pferde etwas um möglichst ihren passenden Rennverlauf zu erhalten. Nerium und Northern Ruler übernehmen zuerst die Führung doch Kasper und Alpinista machen sich gleich bemerkbar.

Die Zuschauer sehen ein ruhiges Rennen – so bezeichnet man Rennen, die in einem ruhigen Tempo galoppiert werden.

Natürlich ist das ruhige Tempo für die meisten Zuschauer immer noch ganz schön schnell und mit Voranschreiten der Zeit und teilweise immer wieder Positionswechsel der Pferde, bleibt es spannend.

Im Schlussbogen

Etwas mehr als eine ganze Runde galoppieren die Pferde auf dem Geläuf der Rennbahn in Weidenpesch  im Preis von Europa. Nach einer dreiviertel Runde verschafft sich Nerium einen Vorsprung und führt das Feld in die Zielgerade. Dicht gefolgt wird der Hengst von der aus England angereisten Stute Alpinista. Sie ist sofort zur Stelle und kann mit großen Galoppsprüngen den Vorsprung des Hengstes verkleinern.

Die Zielgerade

Auch für den Laien gut zu erkennen, kämpft der einzige Schimmel im Feld beständig auf der Zielgeraden um als erster den Zielspiegel zu erreichen.

Sisfahan, Northern Ruler und Kaspar bemühen sich derweil um den Dritten Platz. Für mehr wird es an diesem Tag nicht mehr reichen.

Dann passiert es: 200m vor dem Ziel zieht Alpinista an Nerium vorbei. Was für eine beeindruckende Leistung die Stute abruft ist phantastisch.

Sie wird den Sieg nach Hause holen!

Marvin Schridde
Volle Konzentration – Alpinista kurz vor dem Zielpfosten. © Kölner Rennverein / Sabine Effgen

Der Sieg

In großen Galoppsprüngen sichert sie sich locker den Sieg vor Nerium, der immerhin den zweiten Platz verteidigen konnte.

Aus dem weiter hinten liegenden Trio konnte sich Sisfahan mit starker Galoppade lösen und den Dritten Platz belegen. Nach seinem Sieg im Deutschen Derby in diesem Sommer eine beeindruckende Vorstellung!

Die Pferde galoppieren noch einige hundert Meter aus und drehen im Bogen um am Zielpiegel bei den Zuschauern unter Applaus das Geläuf zu verlassen.

Moderator Thorsten Castle und die Zuschauer warten auf die Siegerin. © Kölner Rennverein / Sabine Effgen

Nach dem Rennen

Große Freude beim englischen Team um Alpinista. Die vom Jahrhunderthengst abstammende Frankel Tochter wird vom Rennbahn Moderator Thorsten Castle in Empfang genommen und dreht mit ihrer Betreuerin und dem Jockey noch eine kleine extra Runde für die Zuschauer auf dem Geläuf.

Danach geht es für Alpinista, sowie auch für die anderen Pferde, in den Absattelring vor dem Waagegebäude. Das Auswiegen des Gewichts vor dem Rennen wird auch nach dem Rennen noch einmal durchgeführt. Hier nennt man es Zurückwiegen. Dies dient der Überprüfung des Gewichts von Jockey und Equipment um sicher zu gehen, dass kein Betrug stattgefunden hat.

Die Pferde dürfen in dieser Zeit etwas trinken und bei Bedarf abgeduscht werden. Sie werden als cool down noch eine Weile vor dem Waagegebäude im Schritt geführt und gehen dann in ihre Gastbox zurück.

Dopingproben für einen sauberen Sport

Auf das Siegerpferd und beliebige Pferde aus dem Rennen wartet anschließend noch eine Dopingprobe. Auch dies dient der Überprüfung, dass alles seine Richtigkeit hat.

Insbesondere sind die Dopingproben aus tierschutzrechtlichen Gründen relevant. Hierbei geht es schließlich nicht nur um Betrug am Menschen, sondern auch am Lebewesen. Hierfür gibt es ein strenges Reglement mit entsprechenden Strafen.

Nach dem Rennen: Alpinista und ihre Betreuerin im Absattelring. © Kölner Rennverein / Sabine Effgen

Für die Zuschauer geht es nach dem Rennen natürlich noch weiter. Die Siegerehrung steht an und wenn man aufs richtige Pferd gesetzt hat, kann man sich wieder an `seine´ Wettkasse begeben und den Gewinn abholen. So manch einer lässt diesen Abend dann noch feucht-fröhlich im Biergarten des Weidenpescher Parks ausklingen.

Der Früh Kölsch Biergarten ist immer gut besucht. © Kölner Rennverein / Sabine Effgen

Welches Programm gibt es neben den Pferderennen?

Wie schon erwähnt ist in Köln immer besonders viel los und auch für die jüngsten Besucher gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterhaltung. Direkt neben dem Geläuf findet das Ponyreiten statt. Wer allerdings genug von Pferden hat kann sich auch auf dem Spielplatz vergnügen.

An diesem Renntag gab es zum Abschluss für die jüngsten Besucher noch ein besonderes Rennen. Sie konnten aus der echten Startmaschine, die auch beim Preis von Europa eingesetzt wurde, mit ihren Hüpfpferden an einem eigenen Rennen teilnehmen.

Die Stars von morgen nach dem Rennen. © Kölner Rennverein / Sabine Effgen

Ein Riesen Gaudi nach einem gelungenen Renntag

Ich hoffe der Besuch auf der Rennbahn, wenn auch nur virtuell, war sehr kurzweilig und hat Lust auf mehr gemacht.

Wann ist das nächste Pferderennen in Köln?

Der Kölner Rennverein ist bei Social Media und online erreichbar und freut sich neue Gäste am kommenden Renntag begrüßen zu dürfen.

Bis bald auf der Kölner Pferderennbahn

Natalie

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